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Orthorexie oder der Zwang gesund zu essen

Hey ihr Lieben,

heute möchte ich auf ein etwas ernsteres Thema eingehen. Wie ihr bereits im Titel erkennen könnt, soll es um das Thema Essstörungen bzw. die Unterform Orthorexie, gehen.

Vor ein paar Tagen hat Jerrie vom Youtubekanal (JerriesBlog) etwas getweetet, von dem ich noch nie gehört hatte. Orthorexie. Viele werden sich jetzt (wie ich auch) fragen, was das sein soll, andere haben vielleicht schon davon gehört.

Orthorexie oder wissenschaftlich Orthorexia nervosa, steht für den krankhaften Zwang sich gesund zu ernähren.

Der ein oder andere wird vermutlich an dieser Stelle das Gesicht verziehen und sich fragen, ob es das gibt und was daran schlimm sein soll, sich gesund ernähren zu wollen. So ging es mir auch. Ich hab den Kopf geschüttelt und es zunächst aus meinen Gedanken fallen gelassen. Am nächsten Tag kam ich aber wieder darauf zurück. Ich wollte mehr darüber wissen, habe Artikel gelesen und auch auf der Homepage des ANAD danach gesucht. Obwohl über diese „Krankheit“ anscheinend noch lauthals diskutiert wird, bin ich auch auf dieser Seite fündig geworden. Das ANAD beschreibt die Orthorexie als eine Unterform gestörten Essverhaltens.

Verrückt oder nicht? Wenn man ehrlicherweise aber, auch nur fünf Minuten, darüber nachdenkt, merkt man, wie sehr sich der Trend, bei gerade jungen Frauen, genau in diese Richtung entwickelt. Alle möchten sich möglichst gesund ernähren. Bio wird bevorzugt. Fette, Süßigkeiten und sämtliche Zusätze und manchmal auch jegliche tierische Produkte – werden aus den Ernährungsplänen gestrichen und stattdessen kommt Sport hinzu. Sport, um körperlich das Beste aus sich herauszuholen, gesund zu sein oder doch einfach nur um abzunehmen?

In vielen Artikeln, wie bei FitforFun.de, wird die Orthorexie im Zusammenhang mit der veganen Ernährung verwendet. Vegan sein, als neuer Food Trend, bei dem sich das Leben nur um Essen dreht und man davon psychisch krank werden kann. Man erkennt, gerade auf Instagram, dass der Trend genau in diese Richtung geht und viele junge Menschen vegan werden, weil es die eine Instagrammerin mit dem hammer Körper auch tut. Da ist es kaum verwerflich, dass Außenstehende das miteinander in Verbindung bringen und neue Vorurteile entstehen. Es ist ein weiterer „Satz“, den sich Veganer anhören dürfen. Neben „Aber du bekommst doch gar kein B12 und keine Proteine“, kommt jetzt noch „Ich hab da was gelesen. Ihr Veganer seid doch essgestört“.

Wer sich etwas mit der veganen Ernährung beschäftigt, merkt aber schnell, dass man sich zwar anfangs viele Gedanken über sein Essen macht. Das kommt vor allem, weil man zuvor, meist unbedacht, alles in sich reingestopft hat, ohne zu überlegen, woher das kommt und was das ist. Zusätzlich muss man erst „lernen“, aus welchen Lebensmitteln man welche Nährstoffe beziehen kann. Nach kurzer Zeit weiß man aber, was der eigene Körper benötigt und woher man es bekommt. Man versucht immer wieder Neues, was man vorher vielleicht nicht getan hat und es bereitet Freude.

Mich persönlich hat der Wechsel vom Fleischessen auf den Vegetarismus und schließlich auf den Veganismus, aus einer langjährigen Essstörung herausgeholt. Ich war nie wirklich dick, dennoch hatte ich immer das Gefühl abnehmen zu müssen. Habe dabei auf Kohlenhydrate verzichtet, oder mir Süßigkeiten komplett verboten, zum Schluss hab ich nur noch einmal täglich gegessen. Hab immer Kalorien gezählt und dabei so wenig wie möglich zu mir genommen. Hab daraufhin auch immer wieder abgenommen, aber genauso wieder zugenommen, wenn ich normal gegessen hab. Im Grunde hat mir das also außer Kummer nichts gebracht und ich hab Jahre meines Lebens damit verschwendet das Falsche zu tun.

Ende 2014 hab ich dann angefangen mich mit dem zu beschäftigen, was ich da esse. Hab eine Verbindung hergestellt und wusste, dass ich unter Berücksichtigung von mehreren Gründen (die Tiere, Folgen für die Menschheit, Gesundheit), einfach kein Fleisch mehr essen kann. Deswegen bin ich dann Anfang 2015 Vegetarier geworden und Anfang 2016 Veganer. Es fühlt sich einfach gut an, dass die vegane Ernährung nicht nur Leid verhindert, sondern auch gesund ist. Seitdem nehme ich weitaus mehr Kalorien zu mir, als vorher, bin weniger krank, aktiver und allgemein zufriedener mit mir selbst. Man kann also wirklich sagen, mir hat mein Umdenken sehr viel Leid erspart. Mittlerweile esse ich einfach was ich will, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken was ich da esse und das es nicht gesund sein könnte. Ich esse gerne ungesunde vegane Majo, Schokolade, Chips und fühle mich trotzdem gut.

Denn die Regel gilt: Als Veganer kann man alles essen, solange es keinem anderen Lebewesen Leid zufügt. Und vegan zu sein, heißt noch lange nicht, dass man auf alles Ungesunde verzichten muss.

Mein Fazit dazu ist also: Veganer haben damit nichts zu tun und das sollte klar abgegrenzt werden. ABER: Der Trend geht in diese Richtung. Das kann schwerwiegende Folgen haben, doch denke ich, dass es (außer der Name des Kindes) nichts allzu Neues ist. Es wurde schon immer auf vermeintlich „Ungesundes“ (wie Kohlenhydrate) verzichtet. Das Ausmaß ist mittlerweile nur ein anderes.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es keine schlimmen Fälle gibt und es nicht ernst genommen werden sollte. Wer damit zu kämpfen hat, egal mit welcher Art von Essstörung, sollte sich Hilfe suchen. Auf der Seite des ANAD gibt es Möglichkeiten Menschen zu kontaktieren, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Macht euch nicht kaputt. Das Leben ist toll. Essen ist toll und nicht euer Feind. Ihr seid schön, wie ihr seid. Versucht nicht in irgendwelche Schemen zu passen, von denen ihr denkt, sie seien richtig. Ihr habt nur ein Leben. Das solltet ihr voll und ganz genießen. Egal, was andere von euch halten. IHR SEID SCHÖN.

Link zur Homepage: ANAD

Link FitforFun: Artikel   

Link Gesundheit.de: Artikel2

Was haltet ihr von dem Begriff und dem was dahinter steckt? Ist das wirklich ein Problem, mit dem Deutschland zu kämpfen hat, oder wird es zu einem? Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare.

Liebe Grüße

eure

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2 Kommentare zu „Orthorexie oder der Zwang gesund zu essen

  1. „vegan sein, ein neuer food trend, bei dem sich das leben nur ums essen dreht und man psychisch krank werden kann“… da musste ich bissal schmunzeln (auch wenn die krankeit an sich natürlich ernst zu nehmen ist!). denn seit ich mich vegan ernähre – seit mehr als 5 jahren – sich mein leben eben nicht mehr ums essen dreht. und zwar deshalb, weil es für mich, nach der umstellungsphase, einfach normal geworden ist mich so zu ernähren und ich kann guten gewissens essen, was ich eben esse! 🙂
    greets cao

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